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Lust der Täuschung

Von antiker Kunst bis zur Virtual Reality

22.02.19–30.06.19

Schon immer spielte die Kunst mit unserer Wahrnehmung und führt uns vor Augen, wie einfach wir doch zu täuschen sind. Neue Materialien und digitale Bildbearbeitung sind mittlerweile so perfekt, dass genaues Hinsehen nicht ausreicht, um zu wissen, womit wir es zu tun haben: Fakt oder Fiktion. Das ist allerdings kein neues Phänomen, denn seit der Antike nutzen KünstlerInnen stets neueste Techniken, um unsere Wahrnehmung zu irritieren, die Betrachtenden zu verblüffen und vor allem, um ihre große Kunstfertigkeit zu beweisen.

Die Ausstellung Lust der Täuschung. Von antiker Kunst bis zur Virtual Reality widmet sich in einem weit gefassten Panorama den unterschiedlichsten ästhetischen Spielformen von Schein, Illusion und Simulation. Mit rund 100 Werken aus vier Jahrtausenden präsentiert die Ausstellung faszinierende Beispiele aus den Bereichen Malerei, Skulptur, Fotografie, Film, Video, immersiver und interaktiver Medienkunst, Augmented und Virtual Reality (AR / VR), angewandter Kunst sowie Design. Sie bietet damit einen höchst unterhaltsamen Parcours durch die (Kunst-)Geschichte von Schein und Illusion. In Zeiten von Fake News, alternativen Realitäten und einer allgemeinen Verunsicherung unserer Vorstellung von Realität, regt die Schau zu einem höchst aktuellen Diskurs an.

Meisterwerke des Trompe l´oeil, also der Augentäuschung, lassen die Bildgegenstände so plastisch erscheinen, dass die Betrachtenden die Finger ausstrecken und sie am liebsten berühren möchten – dieses Phänomen ist bis hin zu jüngsten medialen Kunstwerken zu erleben. Mit dem Einzug von Augmented und Virtual Reality in die gegenwärtige Kunst wird diese Grenze zwischen Schein und Wirklichkeit noch einmal mehr verschoben. Einen besonderen Nervenkitzel erleben die AusstellungsbesucherInnen beispielsweise bei Richie’s Plank Experience der Gruppe ToastVR: Mit dem Aufsetzen der VR-Brille, sieht man sich am Rand eines schwindelerregenden Abgrundes in einer Großstadtschlucht. Zahlreiche weitere Werke der zeitgenössischen Kunst ergänzen den so abwechslungsreichen wie tiefsinnigen Rundgang durch die künstlerische Welt der Täuschung. Großzügig kontextualisiert und erweitert wird die Ausstellung in Aachen durch zahlreiche hyperrealistische Werke aus der Sammlung von Peter und Irene Ludwig.

Lust der Täuschung. Von antiker Kunst zur Virtual Reality wurde gemeinsam mit der Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung in München erarbeitet. Beide Stationen unterscheiden sich durch ihren jeweils eigenen Zuschnitt, der in Aachen einen Schwerpunkt auf zeitgenössischen Kunstwerken sowie auf Medienkunst findet.

Eine reich bebilderte Publikation (hg. von Andreas Beitin und Roger Diederen; Hirmer Verlag München) und ein umfangreiches Rahmenprogramm mit museumspädagogischen Sonderprojekten, sowie Kooperationen u.a. mit dem Visual Computing Institute der RWTH Aachen University sowie mit der Kunsthochschule der Medien, Köln, ergänzen die Ausstellung und setzen in Aachen einen weiteren besonderen Schwerpunkt.

Kuratoren-Team Aachen: Andreas Beitin und Annette Lagler

Kuratorische Assistenz: Dominik Bönisch

Ausstellungs-Assistenz: Marie Gentges

Die Ausstellung wird großzügig gefördert von der Peter und Irene Ludwig Stiftung und dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

 

 

 

Unbekannt, Nachbildung einer Holztür in Stein aus der Mastaba des Seschem-nefer (II.), aus Giza, Altes Reich, 5. Dynastie, um 2400 v. Chr. Kalkstein, 129,5 × 110,7 × 41,7 cm, Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim, © Roemer-Pelizaeus Museum Hildesheim, Foto: Shahrokh Shalchi.

Georges Méliès, Bildnis eines Mannes, um 1883, Öl auf Leinwand, 63,5 × 52 cm, Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Köln © Rheinisches Bildarchiv Köln (rba_d031940).

Chuck Close, Richard, 1969, Acryl, Kohle und Kreide auf Leinwand, 274 × 213 cm Ludwig Forum für Internationale Kunst Aachen, Leihgabe der Peter und Irene Ludwig Stiftung © Chuck Close, Courtesy Pace Gallery, Foto © Ellen Page Wilson, Courtesy Pace Gallery

 

James Turrell, Elliptical Glass: KEPLER 452 b, 2017, Glas, LED, Stahl, Corian, Öffnung 120 × 76 cm, Konstruktion 240,6 × 135 × 37 cm, 150 Min.-Loop Privatsammlung Vaduz, Courtesy Häusler Contemporary, München | Zürich, © James Turrell, Courtesy Häusler Contemporary München | Zürich, Foto © Florian Holzherr.

Tim Berresheim, Forst (Kohärentes Licht) Anaglyph, 2017,Pigment und Harz auf Papier, 180 × 150 cm, Besitz des Künstlers, © Tim Berresheim und SNA – Studios New Amerika GmbH

Info

Jülicher Straße 97–109
52070 Aachen
Tel. +49 241 1807-104
Fax +49 241 1807-101

info@ludwigforum.de

Öffnungszeiten

Di–So 10–17 Uhr
Do 10–20 Uhr
Montags geschlossen

Sonderausstellung
8,00 € / erm. 5,00 €

Bibliothek:
Di–Fr 13–17 Uhr

Geschlossen: 24.12., 25.12., 31.12., 01.01., Fettdonnerstag, Karnevals-
sonntag und Rosenmontag

Preise

6,00 € / ermäßigt 3,00 €
„Six for Six“-Karte 14 € (ermäß. 10 €)
„Auf ins Museum“-Karte 12 €
Alle unter 21 Jahren: Eintritt frei!

Zentis-Tag: Jeden Donnerstag freier Eintritt!