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Kim MacConnel, Edible, 1979

Pattern and Decoration

Ornament als Versprechen

21.09.18–13.01.19

Eröffnung: Donnerstag, 20. September 2018, 19 Uhr

Lebensfrohe Farben und ornamentale Formen auf der einen und politisch-emanzipatorischer Anspruch auf der anderen Seite – die Pattern and Decoration-Bewegung vereint vermeintliche Widersprüche. Mitte der 1970er-Jahre entwickelt sich die Bewegung in den USA, getragen u.a. von feministisch engagierten Künstler_innen. Joyce Kozloff, Valerie Jaudon, Robert Kushner, Miriam Schapiro und weitere hinterfragen nicht nur tradierte Vorstellungen von Kunst, sondern thematisieren auch politische Fragen wie den Stellenwert von Frauen, der amerikanischen Ureinwohner oder von ethnischen Minderheiten im globalen Kunstbetrieb. Pattern and Decoration bildet damit einen Gegenentwurf zu einem männlich dominierten und von Werten der westlichen Industriestaaten bestimmten Kunstbegriff.

Bislang sind die Werke der Bewegung in Europa kaum rezipiert worden. Das Ludwig Forum Aachen, das die größte öffentliche Sammlung dieser Kunstbewegung im europäischen Raum beherbergt, unternimmt mit diesem Ausstellungs- und Publikationsprojekt nun eine erste umfassende Aufarbeitung und Neubewertung des Themas.

Mit rund 70 Arbeiten wird erstmals in Europa wieder die ganze Vielfalt der Bewegung gezeigt: von orientalisch anmutenden Mosaiken über monumentale Textilcollagen, Malereien und Grafiken bis hin zu Rauminstallationen und Video-Performances. Ausgewählte zeitgenössische Arbeiten etwa von Polly Apfelbaum, Christine Streuli oder Rashid Rana zeigen auf, wie sehr die formalen und inhaltlichen Errungenschaften von Pattern and Decoration bis heute nachwirken. Das Interesse der Bewegung an Bildelementen nicht-westlicher Kunstströmungen ist im Zuge der erneuten Diskussion um eine „globale Kunstgeschichte“ aktueller denn je. Befreit vom berühmten Stigma »Ornament ist Verbrechen« (Adolf Loos) haben Ornamente, bei aller dekorativen Wirkung, immer auch weltanschauliche und symbolische Bedeutung und dienen den Künstler_innen bis heute zur Reflexion über die eigene Kultur sowie als Mittel zur Kritik: an politischen Systemen, an weiblichen Rollenmustern, an gesellschaftlichen Konventionen und Erwartungen.

Die Ausstellung wird im Anschluss an Aachen im Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig (mumok) in Wien zu sehen sein, in einer der Hauptstädte des Jugendstils bzw. des Ornaments.

Die ausstellungsbegleitende Publikation unternimmt eine umfassende Aufarbeitung der Pattern and Decoration-Bewegung auf wissenschaftlicher Ebene. Mit Texten u.a. von Manuela Ammer, Esther Boehle, Michael Duncan, Amy Goldin, Valerie Jaudon/ Joyce Kozloff, Holger Otten, Anne Swartz und Harald Szeemann.

 

Künstler in der Ausstellung: Polly Apfelbaum, Brad Davis, Frank Faulkner, Tina Girouard, Valerie Jaudon, Joyce Kozloff, Robert Kushner, Thomas Lanigan-Schmidt, Kim MacConnel, Miriam Schapiro, Kendall Shaw, Christine Streuli, Rashid Rana, Ned Smyth, Heike Weber, Robert S. Zakanitch, Joe Zucker u.a.

 

Partner: Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig (mumok), Wien

Mit großzügiger Unterstützung von der Peter und Irene Ludwig Stiftung, Terra Foundation for American Art, Stiftung der Sparda-Bank West

 

Kuratorin: Esther Boehle

Kuratorisch-wissenschaftliche Assistenz: Denise Petzold

 

Info

Jülicher Straße 97–109
52070 Aachen
Tel. +49 241 1807-104
Fax +49 241 1807-101

info@ludwigforum.de

Öffnungszeiten

Di–So 10–17 Uhr
Do 10–20 Uhr
Montags geschlossen

Bibliothek: Di–Fr 13–17 Uhr

Geschlossen: 24.12., 25.12., 31.12., 01.01., Fettdonnerstag, Karnevals-
sonntag und Rosenmontag

Preise

Von 20.04.2018: 10 € / ermäßigt 6 €
Kombikarte LUFO + IZM Sonderausstellung 12 € / ermäßigt 8 €
Gruppen ab 8 Pers. 6 €/Pers.
„Six for Six“-Karte 14 € (ermäß. 10 €)
„Auf ins Museum“-Karte 12 €
Alle unter 21 Jahren: Eintritt frei!

Ab sofort:
Zentis-Tag: Jeden Donnerstag freier Eintritt!