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Jacques-Louis Nyst: Le cygne et son image, 1975, video, b&w, Sound, 3:08 min © Jacques-Louis Nyst, VG Bild-Kunst, Bonn.

Videoarchiv 04

Die Belgier. Les images immatérielles

09.11.18–24.03.19

Eröffnung, Do. 08.11., 19 Uhr

Innerhalb des fünfjährigen Forschungsprojektes Videoarchiv, das durch die großzügige Förderung der VolkswagenSfiftung ermöglicht werden konnte, wurden die Videobestände des Ludwig Forum für Internationale Kunst Aachen aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven untersucht und thematisch aufgearbeitet. Nach den vorangegangenen drei Ausstellungen bildet Videoarchiv 04: Die Belgier. Les images immatérielles den Abschluss des Projektes und legt dabei den Fokus auf die frühe belgische Videokunst der 1970er-Jahre, die einen programmatischen Schwerpunkt der Sammlung des Ludwig Forum für Internationale Kunst darstellt.

Aus den rund 20 Videoarbeiten belgischer Künstler*innen in der Sammlung wird eine Auswahl gezeigt, die gemeinsame Spezifika von Videopionieren wie Leo Copers, Hugo Duchateau, Jacques Lennep und Jacques-Louis Nyst hervorheben. Die belgischen Künstler*innen verstanden das neue Medium nicht als Erweiterung des Films, sondern als Experimentierfeld, um analytische und konzeptionelle Videokunst zu erarbeiten. Zahlreiche von der bildenden Kunst (Malerei, Zeichnung und Skulptur) kommende belgische Künstler*innen nutzten die medienimmanenten Eigenschaften des Videos, um die Dialektik des Abgebildeten und seiner Rezeption zu untersuchen. Mittels der Echtzeit und Unmittelbarkeit wurde so der Bildschirm als mediale Leinwand verstanden und die Möglichkeiten der (Selbst-)Präsentation reflektiert.

So wendet Jacques Lennep, einer der ersten belgischen Künstler, die zu Beginn der 1970er-Jahre mit dem neuen Medium Video begannen zu experimentieren, die medienspezifischen Eigenschaften des Videos an, um die Grenzen zwischen Malerei und Video auszuloten. Ausgestattet mit den traditionellen Attributen des Malers (Palette und Pinsel, Leinwand und Staffelei), führt er Gesten eines inspirierten Künstlers aus, der ein Motiv außerhalb des Kamerarahmens betrachtet. Während er vorgibt, zu malen, verschwinden Leinwand, Keilrahmen und Staffelei nacheinander vom Bildschirm.

Hugo Duchateau untersucht in seinem ersten Videoexperiment Relations (1975) die Möglichkeiten der traditionellen Malerei. In verschiedenen Sequenzen überführt er den Akt des expressiven Malens von der Leinwand auf den Bildschirm-Monitor.

Anders als die beiden zuvor erwähnten Künstler erforscht Hubert Van Es alias Florent Bex, der frühere Direktor des ICC Antwerpen (1972-2002), dem Vorgänger des Museum of Contemporary Art Antwerpen, den Einfluss der Videotechnik auf die Selbstwahrnehmung. Die in vier Sequenzen aufgebaute Videoarbeit Experiments for Auto-communications (1975) konfrontiert den/die Betrachter*in mittels der medienspezifischen Techniken (Closed Circuit-Verfahren und Schuss-Gegenschuss-Technik)sowohl mit der eigenen als auch fremden Selbstreflexion und -wahrnehmung.

Mit der Eröffnung der Ausstellung wird zudem das abschließende Ergebnis des Forschungsprojektes Videoarchiv in Form einer umfangreichen Website veröffentlich. Den Kern der Website bilden die „Entdeckungen“, die das Forschungsteam in den vergangenen fünf Jahren gemacht hat: Seltene, außergewöhnliche und zu Unrecht in Vergessenheit geratene Werke und Konvolute. Hinzu kommen Künstler*innen, deren kanonische Position durch eine besondere Fülle und Bandbreite an Arbeiten in der Sammlung repräsentiert ist. Die Werke dieser insgesamt 30 Künstlerinnen und Künstler, die unter 30 Artists in Focus vorgestellt werden, werden in Texten internationaler Experten analysiert und in ihren kunst- und zeitgeschichtlichen Kontext eingebettet und in kurzen Videosequenzen exemplarisch präsentiert.

 

Info

Jülicher Straße 97–109
52070 Aachen
Tel. +49 241 1807-104
Fax +49 241 1807-101

info@ludwigforum.de

Öffnungszeiten

Di–So 10–17 Uhr
Do 10–20 Uhr
Montags geschlossen

Sonderausstellung
8,00 € / erm. 5,00 €

Bibliothek:
Di–Fr 13–17 Uhr

Geschlossen: 24.12., 25.12., 31.12., 01.01., Fettdonnerstag, Karnevals-
sonntag und Rosenmontag

Preise

6,00 € / ermäßigt 3,00 €
„Six for Six“-Karte 14 € (ermäß. 10 €)
„Auf ins Museum“-Karte 12 €
Alle unter 21 Jahren: Eintritt frei!

Zentis-Tag: Jeden Donnerstag freier Eintritt!