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SUMMARY:Double Wall Project: Ulrike Müller
DESCRIPTION:Die Wandbilder Paper Body (ghost) und Paper Body (pointer) von Ulrike Müller (beide 2023)\, sind temporäre Monumentalisierungen zweier kleinformatiger Collagen\, die für die Architektur im Ludwig Forum entsprechend vergrößert als Farbflächen auf die Wand übertragen wurden. Die einzelnen ‚Papierschnipsel‘ der Collagen wurden dabei zu abstrakten\, zum Teil mehrschichtig in Schwammtechnik aufgetragenen Farbelementen. In den unteren Bereichen des rechten Wandbildes Paper Body (pointer) hat Ulrike Müller eine Gruppe von sechs Collagen der Serie Instrumentarium\, 2021\, integriert. Wie auch die Vorlagen der Wandbilder sind sie während der Coronapandemie entstanden\, um in einer Zeit verschobener Realitäten die eigenen Instrumentarien\, und damit die Formen\, Farben und Methoden ihres künstlerischen ‚Papierkörpers‘ zu befragen und als Werkzeuge auf einzelnen Blättern auszubreiten. Die Miniatures (2014)\, eine Gruppe von 13 kleinen Emaillearbeiten auf der Stirnwand des Treppenaufgangs\, sowie das Muster des für die Ausstellung gedruckten Stoffs der Sitzbank setzen dieses Spiel mit Größenverhältnissen und Materialübersetzungen fort. \nSeit 2013 verwendet Ulrike Müller für die architektur- und ortsbezogene Installation ihrer Ausstellungen farbig gestrichene Wände. Mit The Conference of the Animals (A Mural)\, 2020\, im New Yorker Queens Museum rückte das Wandbild selbst in den Vordergrund. Waren in Queens noch Zeichnungen und Druckgrafiken auf der bemalten Wand installiert\, fungierte dieses wie auch die folgenden Wandbilder verstärkt als eigenständige Arbeiten. Dabei kommen unterschiedliche Verfremdungsstrategien zum Einsatz: In der gemeinsam mit Manuela Ammer für das mumok in Wien konzipierten Sammlungspräsentation Das Tier in Dir\, 2022\, war die Verzerrung durch Schattenwurf motivgebend für die Wandbilder; bei der Arbeit In Pieces (Traklhaus\, Salzburg\, 2023) waren es die Fragmentierung\, Vergrößerung und Wiederholung einzelner visueller Versatzstücke einer kleinen Collage auf den Wänden der Ausstellungsräume. In den monumentalen Räumlichkeiten des Ludwig Forums greift Ulrike Müller schließlich auf diese Strategie der Vergrößerung\, des regelrechten Aufblasens ihrer Arbeit zurück. Indem sie das Modell des Museums im Zentrum des Lichtturms ausstellt\, eröffnet sie Fragen nach Maßstab\, Verortung und Relationen nicht nur innerhalb ihres Schaffens\, sondern sie stellt gleichermaßen die institutionellen und räumlichen Verhältnisse des Ausstellungsraums selbst zur Disposition. Neben Fragen über die Distribution von Größe und Wert zwischen einem Blatt Papier einerseits und der größten Wand eines Museums andererseits hinterfragt die Arbeit auch das Verhältnis von Zeichnung und Malerei\, den Status von Malerei in der Sammlung von Peter und Irene Ludwig\, von Sammlung und Architektur\, von Besucher*in und Institution. \nAnlässlich der Einzelausstellung Monument to My Paper Body von Ulrike Müller (09.12.2023–18.08.2024) wurde die von Harald Kunde initiierte Double Wall Projects-Reihe (2004–08) aufgegriffen\, bei der Künstler*innen im jährlich wechselnden Turnus eingeladen waren\, die beiden monumentalen Wände des Museums als künstlerische Interventionsfläche zu aktivieren. Seit Dezember 2023 ist die Reihe wieder fester Bestandteil des Ausstellungsprogramms am Ludwig Forum Aachen. \n  \nFoto: Mareike Tocha
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SUMMARY:Zeitbild\, Provokation\, Kunst. Peter Ludwig zum 100. Geburtstag
DESCRIPTION:Eröffnung: Donnerstag\, 10. Juli 2025\, 18 Uhr \nAm 9. Juli 2025 jährt sich der Geburtstag des Unternehmers\, Kunstsammlers und Mäzen Peter Ludwig zum hundertsten Mal. Gemeinsam mit seiner Frau Irene Ludwig (geb. Monheim\, 1927–2010) hat er von Aachen aus eine der bedeutendsten Kunstsammlungen weltweit aufgebaut. \nPeter Ludwig (1925–1996) war einer der einflussreichsten Kunstsammler der Welt. Der gebürtige Koblenzer\, der Vater Jurist\, die Mutter stammte aus der Industriellenfamilie Klöckner\, studierte ab 1946 Kunstgeschichte\, Archäologie sowie Vor- und Frühgeschichte in Mainz. Dort lernte er Irene Monheim (1927–2010)\, die Tochter des gleichnamigen Aachener Schokoladenfabrikanten kennen\, die dieselben Fächer studierte. Die beiden verband eine große Liebe zur Kunst und ein profundes Wissen um die Kunstgeschichte und die Entwicklung der Kunst bis zur Gegenwart. Prägend war für Peter Ludwig die Begegnung mit dem Werk von Pablo Picasso\, über dessen Menschenbild er 1950 promovierte. Nach der Heirat 1951 trat er 1952 in die Geschäftsführung des Unternehmens der Familie Monheim in Aachen ein. Das Leben des Ehepaares entspann sich von da an zwischen zwei Polen: Kunst und Kakao. \nPeter Ludwig wusste geschickt\, Geschäftssinn und Sammelleidenschaft miteinander zu verbinden. Die Leonard Monheim AG\, eine der größten Schokoladen- und Süßwarenproduzenten der damaligen Bundesrepublik\, gab den Ludwigs den finanziellen Spielraum\, von Aachen aus ihre einzigartige Sammlung internationaler Kunst aufzubauen. Zum Zeitpunkt des Todes Peter Ludwigs 1996 umfasste sie circa 14 000 Werke\, die sich heute als Dauerleihgaben und Schenkungen in über 30 Institutionen in sieben Ländern und auf drei Kontinenten befinden. Heute wird der Nachlass des Ehepaares von der Peter und Irene Ludwig Stiftung mit Sitz in Aachen verwaltet. \nDas Ludwig Forum nimmt dieses Jubiläum zum Anlass\, mit der Präsentation Zeitbild\, Provokation\, Kunst an zwei Orten im Haus die Verdienste des Sammlers und sein Engagement für die zeitgenössische Kunst in Aachen und weit darüber hinaus zu würdigen. Im Eingangsbereich der Bibliothek des Hauses veranschaulicht eine Zusammenstellung von historischen Fotografien\, Filmen und Archivmaterial die Bedeutung\, die Peter Ludwig für das Ludwig Forum hatte und hat. Fotos vom Umbau der Schirmfabrik\, von den Eröffnungsfeierlichkeiten und vom Sammler vor „seinen“ Kunstwerken verweisen auf die enge Bindung des Ludwig Forums an die Persönlichkeit von Peter aber auch Irene Ludwig\, die eher im Hintergrund\, doch aktiv am Aufbau der Sammlung sowie der Vernetzung und Förderung der zunehmenden Zahl von Ludwig-Häusern mitwirkte – bis hin zur Gründung der Peter und Irene Ludwig Stiftung\, die sie 1997\, ein Jahr nach dem Tod ihres Mannes ins Leben rief. Kunstwerke des ostdeutschen Malers Sighard Gille und des Westdeutschen Jörg Immendorff rufen den „Bilderstreit“ auf\, den Peter Ludwig mit seinem Engagement für die Kunst der DDR 1977 befeuerte. Die deutsch-deutsche Verständigung in Zeiten des Kalten Krieges (1947–1991) war ein zentrales Anliegen des Sammler*innenpaares. Die beiden kleinen Gemälde stehen zudem für einen Diskurs um die Frage\, ob in einem geschlossenen\, repressiven System\, wie es das der DDR gewesen ist\, wirklich „Kunst“ entstehen kann – ein Diskurs\, der auch mehr als dreißig Jahre nach dem Mauerfall noch nicht abgeschlossen ist. \nDer zweite Teil der Präsentation im Untergeschoss des Westflügels widmet sich Peter Ludwigs internationalen Sammlungsaktivitäten. Ausgehend von der Begegnung mit der Pop Art Ende der 1960er Jahre in New York bildete die zeitgenössische Kunst schnell den Fokus seiner Ankaufsbestrebungen. Sein Handeln war getragen von der Überzeugung\, dass Kunst nicht nur ästhetisches Ereignis\, sondern auch Ausdruck ihrer Zeit sei\, dass die „Weltkunst“ sichtbar gemacht werden müsse\, um Grenzen zu überwinden und Verständigung zwischen Kulturen zu fördern. Spätestens\, als er Mitte der 1970er Jahre seinen Fokus auf die Länder jenseits des Eisernen Vorhangs richtete\, betrat er die Bühne der internationalen Kulturpolitik – als eine „der abenteuerlichsten Figuren“ der bundesrepublikanischen Sammlergeschichte (Wolfgang Becker\, Gründungsdirektor des Ludwig Forums). \nPeter und Irene Ludwig erwarben unter anderem zeitgenössische Kunst in der DDR\, der Sowjetunion\, Bulgarien\, Kuba\, Ungarn\, Rumänien und China – Aktivitäten\, die immer auch mit Diplomatie und Kontakten in höchste politische Kreise einhergingen. Ihre Ankäufe waren stets mit Bestrebungen verbunden\, die eigene Sammlung durch Leihgaben\, Schenkungen und Museumsneugründungen auch in diesen Ländern bekannt und zugänglich zu machen. Die hier ausgestellten Archivalien und Kunstwerke eröffnen einen Blick auf diese internationalen Sammlertätigkeiten. Die Portraits des Sammlers von Andy Warhol verweisen auf die US-amerikanische Pop Art als die Kunstrichtung\, die Peter Ludwigs Begeisterung und Interesse an der zeitgenössischen Kunst erst entfachte. Anhand von Zeitungsartikeln und Fotografien werden seine Sammelaktivitäten in der DDR\, der Sowjetunion\, Kuba und China vorgestellt\, während eine kleine Auswahl an Kunstwerken aus den verschiedenen Sammlungsgebieten die für ihre Zeit sehr ungewöhnliche Internationalität der Sammlung Ludwig exemplarisch veranschaulicht. \nMit Arbeiten von Carlos Alberto Rodríguez Cárdenas\, Zlatka Dabova\, Donna Dennis\, Juris Dimiters\, Li Fan\, Sighard Gille\, Ralph Ladell Goings\, Zhang Guilin\, Li Hongren\, Jörg Immendorff\, Roy Lichtenstein\, Kim MacConnel\, Wolfgang Mattheuer\, A. R. Penck\, Viktor Pivovarov\, Sandra Ramos\, Lazaro Saavedra\, Eduard Štejnberg\, Stoimen Stoilov\, José Toirac\, Andy Warhol\, Wladimir Grigorjewitsch Weisberg und Nina Ivanova Žilinskaja \nKuratiert von Sonja Benzner und Mailin Haberland \nCredits: Ausstellungsansicht Ludwig Forum Aachen\, 2025\, Foto: Mareike Tocha.
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SUMMARY:Body Matters. Körperlichkeit in der Videokunst der 1970er Jahre
DESCRIPTION:Ende der 1960er Jahre wurden Video und Film zu prägenden Ausdrucksformen der zeitgenössischen Kunst. Das Videoarchiv des Ludwig Forums umfasst rund 200 Arbeiten aus den 1960er und 1970er Jahren\, von denen viele wegweisend für die Geschichte des künstlerischen Bewegtbildes sind. Die 1970er Jahre gelten als Pionierphase der Videokunst\, in der Künstler*innen mit Video- und Filmkameras experimentierten und sich bewusst von etablierten Kunstformen sowie dem Fernsehen abgrenzten. Zentrale Themen waren Körperlichkeit\, Selbst- und Fremderfahrung\, feministische Kritik\, die Reflexion des Mediums selbst sowie soziokulturelle Analysen. Zu ihren ästhetischen Mitteln zählten Spiegelungen\, Lichtbrechungen\, technische Manipulationen sowie spielerische Momente\, Ironie und Humor. \nBody Matters präsentiert zehn Arbeiten\, die sich auf unterschiedliche Weise mit Körperlichkeit befassen. Hakudō Kobayashi und Bruce Nauman untersuchen den Körper als künstlerisches Medium\, Nauman insbesondere im Verhältnis zum Raum. John Baldessari und Jacques-Louis Nyst konzentrieren sich auf einfache Gesten – Interaktionen zwischen einer Hand und einem Hut oder einer Spiralfeder. Ron Hays beobachtet Hände beim Klavierspiel\, während Robert Morris das Zusammenspiel von Körper\, Raum und skulpturalen Elementen auf einen 16mm-Film festhält. \nUnter dem Einfluss der sozialen Bewegungen in den USA\, insbesondere der Bürgerrechtsbewegung\, verbreitete sich in den 1970er Jahre unter dem Begriff body politics die Einsicht\, dass Körper auf vielfältige Weise politisch sind. Der Leitsatz der Frauenbewegung lautete in jener Zeit: „The personal is political“ [Das Persönliche ist politisch]. Ein zentrales Anliegen war dabei das Recht auf Selbstbestimmung über den eigenen Körper. Der künstlerische Feminismus\, wie ihn Joan Jonas und Ulrike Rosenbach prägten\, nutzte die Medien Film und Video\, um Geschlechterrollen\, patriarchale Strukturen\, stereotype Frauen- und Familienbilder\, Schönheitsnormen und die Objektivierung des weiblichen Körpers kritisch zu beleuchten. Auch Marina Abramović und Ulay (Frank Uwe Laysiepen) thematisieren in ihren gemeinsamen Arbeiten zwischenmenschliche Beziehungen\, Abhängigkeiten und Machtverhältnisse zwischen Mann und Frau. \nMit Arbeiten von Marina Abramović und Ulay\, John Baldessari\, Ron Hays\, Joan Jonas\, Hakudō Kobayashi\, Robert Morris\, Bruce Nauman\, Jacques-Louis Nyst\, Ulrike Rosenbach \nKuratiert von Holger Otten \nCredit: Bruce Nauman\, Wall/Floor Positions (Wand/Boden Positionen)\, 1968\, 60 Min.\, Betacam SP\, s/w\, Ton\, digitalisiert\, Ludwig Forum Aachen. Bild: Videostill\, © VG Bild-Kunst\, Bonn 2026
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SUMMARY:Wenn ein Bild uns trifft
DESCRIPTION:Was bedeutet es\, von einem Bild „getroffen“ zu werden? Eine physische Begegnung\, eine emotionale Berührung? Vielleicht auch eine durchdringende Erkenntnis oder Verletzung\, oft plötzlich und unerwartet. Und berühren Fotografien uns anders als andere Kunstwerke? \nAnhand dieser Fragen setzt die Ausstellung im Grafischen Kabinett des Ludwig Forum zu einer kleinen Fingerübung in Sachen Fotografiebetrachtung an. Die Auswahl aus dem Sammlungsbestand folgt dabei nicht nur thematischen Linien auf der Grenze zwischen Dokumentation und künstlerischem Anspruch\, sondern auch der Freude am Wiederentdecken von Werken\, die aufgrund ihrer hohen Lichtempfindlichkeit lange im Depot verborgen lagen und deren besondere Kraft sich erst bei der genauen Betrachtung in intimer Zweisamkeit vollständig entfaltet. \nMit Arbeiten von Herbert Albert\, Wolfgang von Contzen\, Peter Helm\, Heiner Ix\, Irmel Kamp\, Hans-Martin Küsters\, Hans Laven\, Daniel Poensgen\, Wilhelm Schürmann \nKuratiert von Dr. Nora Riediger \nBild: Herbert Albert\, Formentera\, 1979\, Gelatinesilberabzug
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SUMMARY:Nam June Paik. Earth\, Moon\, Sun
DESCRIPTION:Die dreiteilige Multimonitorinstallation Earth\, Moon\, Sun (1990) des Videokünstlers Nam June Paik (1932 – 2006) zählt zu den zentralen Werken der Aachener Bestände der Sammlung von Peter und Irene Ludwig. Eindrücklich demonstriert sie\, wie Paik\, der von 1958 bis 1963 im Rheinland lebte\, den Einsatz neuer Technologien als Kunstform in seinem Werk vorantrieb. Zugleich spiegelt sie sein großes Interesse für den Weltraum\, das Planetensystem\, sowie die Raumfahrt\, das sein gesamtes Schaffen durchzog. 1991 von Peter Ludwig als erstes Werk des Künstlers in seiner Sammlung von der Düsseldorfer Galerie Hans Mayer erworben\, hatte es seit der Museumseröffnung lange Zeit einen prominenten Platz im Lichtturm des Ludwig Forum inne. \nEarth\, Moon\, Sun kann sowohl als Symbol des progressiven Sammlerpaares Ludwig und seines Interesses an zeitgenössischer Medienkunst\, als auch der Innovationsstadt Aachen\, die mit der RWTH Aachen University ein führender Standort von Technologieentwicklung ist\, gelesen werden. Grundsätzlich lässt sich Medienkunst nur durch regelmäßige\, technische Generalüberholungen erhalten. Mit den 81 Röhrenfernsehern\, die in die skulpturalen Elemente von Earth\, Moon\, Sun eingebettet sind\, stellt diese Arbeit aus restauratorischer Sicht eine besondere Herausforderung dar\, da Ersatzgeräte kaum noch verfügbar sind. Seit 2012 werden Kathodenbildschirme nicht mehr produziert. Ein Austausch durch LED-Bildschirme ist jedoch durch die Bedeutung der verbauten gewölbten Monitore als eigenständige kompositorische Elemente innerhalb der Installation ausgeschlossen. Auch wäre die Nutzung von Flachbildschirmen aufgrund ihrer deutlich geringeren Lebensdauer wenig nachhaltig. Seit Juli 2024 durchlief Earth\, Moon\, Sun einen umfassenden Restaurierungsprozess: In drei Tranchen wurden die Monitore vom CRT-Lab Colorvac\, Labor für die Erhaltung von CRT-Monitoren im Bereich der Videokunst\, restauriert. Mit Christian Draheim\, der unter punktuellem Einbezug des ehemaligen Paik Assistenten Jochen Saueracker dieses Labor am ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe betreibt\, konnten Medienrestauratoren gefunden werden\, die sich dieser speziellen Problematik widmen. Eine eigens von den beiden entwickelte Technik zur Wiederherstellung der Kathodenstrahlröhren ermöglicht die weitere Verwendung der alten Monitore auch nach dem Ende der industriellen Produktion. Ein weiterer Restaurierungsaspekt betraf die über die Jahre zerbrechlich gewordenen Plexiglashalterungen\, mit denen die Neon-Röhren des „Mondes“ befestigt sind. Durch eine Kooperation mit dem Visual Computing Institute der RWTH Aachen University unter der Leitung von Leif Kobbelt wurden diese mit Hilfe von 3D-Druck reproduziert und anschließend von den Museumsrestauratorinnen ausgetauscht. \nWährend des Prozesses blieb die Arbeit als offenes Restaurierungslabor für Besucher*innen zugänglich\, um diese zentralen Teilaspekte der musealen Arbeit – das Pflegen und die Instandhaltung von Kunstwerken – sichtbar zu machen. Anhand des Werkes einer der größten Pioniere der Medienkunst zeigte das Labor\, welch diverse technologischen Ansätze und interdisziplinäre Kooperationen in der Restaurierung zeitbasierter Kunst zusammenkommen. Seit März 2026 ist die Arbeit Earth\, Moon\, Sun wieder vollständig und restauriert im Ludwig Forum Aachen zu sehen. \nDie Restaurierung der Arbeit Earth\, Moon\, Sun wurde unterstützt von der Peter und Irene Ludwig Stiftung und dem Ministerium für Kunst und Wissenschaft des Landes Nordthein-Westfalen. Kooperationspartner: RWTH Aachen University. \nFoto: Nathan Ishar
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SUMMARY:Centaur – Mensch und Pferd
DESCRIPTION:Während diesen Sommer mit der Reit-WM in Aachen der Pferdesport gefeiert wird\, präsentiert das Ludwig Forum eine thematisch korrespondierende Filminstallation. Unter dem Titel Centaur (dt. Kentaur / Zentaur)\, ein Mischwesen der griechischen Mythologie aus Pferd und Mensch\, werden zwei Kurzfilme auf einer großen Projektionsfläche in der zentralen Ausstellungshalle des Museums gezeigt\, die auf sehr unterschiedliche Art und Weise um das Thema Mensch und Pferd kreisen. \nTitelgebend ist der gleichnamige Film Centaur (2020) der deutsch-iranischen Künstlerin und Filmemacherin Yalda Afsah (*1983)\, die sich eindringlich mit den komplexen Strukturen von Mensch-Tier-Beziehungen beschäftigt. Zwischen Fürsorge und Kontrolle\, Identifikation und Manipulation gibt der Film intensive\, dokumentarische Einblicke in den Mikrokosmos der Pferdedressur. Als intime Beobachterin der Interaktion zwischen Mensch und Pferd\, nimmt die Künstlerin mit der Dressur eine nicht unumstrittene Form der Domestizierung in den Blick und wirft kontroverse Fragen auf: Wer hat die Kontrolle über wen? Wer lenkt\, wer folgt? \nAuf humorvoll-poetische Weise nähern sich das Schweizer Künstlerduo Marianne Halter (*1970) und Mario Marchisella (*1972) dem Thema in Pferde über Wiese (2014). Der Kurzfilm zeigt einen halsbrecherischen Ritt auf einem Fahrrad: Ein Mann in schwarzem Anzug fährt einen Hügel hinunter\, begleitet von Hufgetrappel und Pferdewiehern\, die aus einer ans Rad gebundenen Lautsprecherbox ertönen. Vor das absurde Bild eines Fahrradfahrers mit wild ausschlagendem Lautsprecher tritt unweigerlich und mächtig das Bild einer großen Pferdeherde\, die an den Betrachtenden vorbeigaloppiert. Die Künstlerin Marianne Halter und der Künstler und Musiker Mario Marchisella realisieren ihre gemeinsamen Arbeiten aus der Beschäftigung mit Raum und Aktion\, Klang und Bild. Ausgehend von alltäglichen Handlungen und Orten spielen sie mit Brüchen von sinnlichen Signalen – wie hier zwischen Bild und Ton – um neue Assoziationen zu eröffnen. \nDie Filminstallation findet im Rahmen des Aachen WM Specials statt \nKuratiert von Esther Boehle \nVeranstaltungen\nEröffnung am Internationalen Museumstag\nSonntag\, 17.5.2026\, 11 Uhr \nKünstler*innengespräch\nSonntag\, 17.5.2026\, 15 Uhr\nmit Yalda Afsah\, Marianne Halter & Mario Marchisella \nFührung: Centaur\nDonnerstag\, 20.8.2026\, 18 Uhr\nmit Esther Boehle \n \nCredits:\n(1) Yalda Afsah\, Centaur\, 2020\, Filmstill. Courtesy die Künstlerin und Galerie Molitor\, Berlin und KIN Brussels. \n(2) Marianne Halter\, Mario Marchisella\, Pferde über Wiese\, 2014\, Filmstill.
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SUMMARY:Christina Kubisch. The Emergence of Sound
DESCRIPTION:Seit über fünf Jahrzehnten arbeitet die Klangkünstlerin und Komponistin Christina Kubisch (*1948 in Bremen) im Grenzbereich von bildender Kunst und Musik und verbindet in ihrem Werk Komposition\, Installation\, Performance\, Zeichnung\, Video und elektronische Musik. The Emergence of Sound (dt. „Das Werden des Klangs“) ist zugleich Titel und Leitmotiv dieser Überblicksausstellung. Sie präsentiert Klang als Phänomen\, das sich in der Anordnung von Körper\, Material\, Signal und Bewegung immer neu bildet und in ihrem Zusammenspiel erfahrbar wird. Klang ist dabei immer auch Handlung: Er vergegenwärtigt sich in einem flexiblen sensorischen Prozess\, der die hier gezeigten Arbeiten miteinander verbindet. \nThe Emergence of Sound vereint ausgewählte Werke von 1975 bis 2026 und gibt einen umfangreichen Einblick in die Pionierarbeit der Künstlerin im Feld der Klangkunst. Der Schwerpunkt liegt dabei auf frühen Performances\, elektromagnetischen Forschungen und ihrem partizipativen Arbeitsansatz. \nAuf der Grundlage eigener technischer Forschung zu elektromagnetischer Induktion entwickelt Christina Kubisch seit den 1980er Jahren Klangräume\, die das Publikum durch aktive Teilnahme in das Kunstwerk einbeziehen. Darin werden Phänomene erfahrbar\, die unterhalb der menschlichen Wahrnehmungsschwelle liegen. In der Ausstellung kann diese Forschung in zwei ortsbezogenen\, interaktiven Werken erlebt werden: Der Rauminstallation Kupfergarten (2024/26) sowie dem 98. Electrical Walk – einem kollektiven\, von der Künstlerin konzipierten Stadtspaziergang\, der ab dem Sommer das Erfahrungsfeld der Ausstellung in den Aachener Stadtraum erweitert. \nChristina Kubisch (*1948 in Bremen\, lebt in Berlin) gilt als Pionierin der Klangkunst im deutschsprachigen Raum und wurde vielfach ausgezeichnet\, zuletzt unter anderem mit dem Giga-Hertz-Preis des Karlsruher ZKM für ihr Lebenswerk. Ihre multimedialen Arbeiten wurde in Ausstellungen international präsentiert\, u.a. in Einzelausstellungen in den folgenden Institutionen: Kunsthall Trondheim (2022); Museo de Arte Contemporanea\, Porto; Saarlandmuseum\, Saarbrücken (beide 2021); Akademie der Künste\, Berlin (2018); Bangkok Art and Culture Center (2016); Creative Media Center\, Hongkong (2012); Kunsthalle Bremen (2008); MASS MoCA\, Massachussets Museum of Contemporary Art\, North Adams (1997). Es war Teil bedeutender Gruppenausstellungen zu Klangkunst u.a. im Maxxi Museo\, Rom (2024); Hamburger Bahnhof\, Berlin\, Kunsthalle Prag (beide 2022); HKW Berlin und Museum Tinguely\, Basel (2018); The Kitchen\, New York (2006); ZKM Karlsruhe (2005); Hayward Gallery\, London (2000). Ihre Werke waren in internationalen Biennalen vertreten\, wie der Venedig Biennale (1978\, 1980); documenta Kassel (1988\, 2017); Sharjah Biennale (2007). Sie waren Teil von internationalen Festivals u.a. März Musik der Berliner Festspiele (2024); Biennale Musica\, Venedig (2023); Ultima\, Oslo (2021); Ars Electronica\, Linz (2010). \nKuratiert von Miriam Schmidt \nDie Ausstellung wird gefördert durch die Peter und Irene Ludwig Stiftung und die Karin und Uwe Hollweg Stiftung. \nFoto: © Christina Kubisch \nVeranstaltungen\nEröffnung: The Emergence of Sound\nSamstag\, 23.5.2026\, 18 Uhr\nMit einer Performance von Francesco Marzano um 19:30 Uhr \nElectrical Walks mit Christina Kubisch\nSamstag\, 20.6.2026\, 14 und 16:30 Uhr\nInformationen und Anmeldung über museumsdienst[at]mail.aachen.de \nVertiefung: Electrical Walks\nSonntag\, 21.6.2026\, 15 Uhr\nZwei Impulsvorträge von Christina Kubisch (Elektromagnetische Erkundungen 2003–2026) und Prof. Dr. Anna Schürmer (Sonotopien) und einem anschließenden Künstlerinnengespräch moderiert von Rebekka Seubert \nFührung: The Emergence of Sound mit Miriam Schmidt (Kuratorin)\nDonnerstag\, 2.7.2026\, 18 Uhr
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LOCATION:Ludwig Forum für Internationale Kunst Aachen
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SUMMARY:Social Mapping 2026
DESCRIPTION:Der kolumbianische Künstler Oscar Murillo lädt vom 23.–28. Juni 2026 Menschen allen Alters zu einer mehrtägigen kollektiven Zeichensession in den Innenhof des Ludwig Forums ein. \nDas Projekt Social Mapping ist eine Hommage an den Gemeinschaftsgeist\, der durch das Zeichnen und Markieren zum Ausdruck kommt. Teilnehmer*innen können mit Füllern\, Bleistiften\, Wachsmalstiften und Kugelschreibern Stück für Stück eine über 10m lange Leinwand füllen. Das gemeinschaftliche Kunstwerk wird anschließend Teil von Oscar Murillos aktueller Ausstellung Kollektive Osmose im Potsdamer Museum DAS MINSK (14. März–9. August 2026). \nDie Teilnahme ist kostenlos\, Leinwand und Zeichenmaterialien werden zur Verfügung gestellt. \nWeitere Informationen zur Ausstellung in DAS MINSK finden Sie hier. Die Social Mapping Termine in allen Bundesländern können Sie hier einsehen. \nOscar Murillo (geb. 1986 in La Paila\, Kolumbien\, lebt in London) arbeitet mit Malerei\, Video\, Ton\, Installation und in Gemeinschaftsprojekten. Durch seine Arbeit befragt er Vorstellungen von Kollektivität und gemeinsamer Kultur. Im Jahr 2019 war er einer von vier Künstler*innen\, die gemeinsam mit dem Turner-Preis ausgezeichnet wurden. \nBild: Oscar Murillo\, Social Mapping\, Teil von Nem Todo Viandante Anda Estradas / Not All Travellers Walk Roads\, 36. São Paulo Biennale\, São Paulo\, 2025-2026. Foto: Georgia Guirguis. Courtesy the artist. Copyright © Oscar Murillo.
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SUMMARY:In bester Gesellschaft ... mit Ebersbach\, Graves\, Gronemeyer\, Jesdinsky\, Koons und Richter
DESCRIPTION:Mehr als 200 Kinder aus der Stadt und StädteRegion Aachen haben in den letzten Monaten mit unterschiedlichen Materialien experimentiert\, Ideen gesammelt\, gemalt und gestaltet. All das\, was zum Thema In bester Gesellschaft … mit Ebersbach\, Graves\, Gronemeyer\, Jesdinsky\, Koons und Richter in den Grundschulkursen des Aachener Modells entstanden ist\, präsentiert sich in einer vielseitigen Ausstellung. \nZusammen mit sechs ausgewählten Sammlungsexponaten bilden die Kunstwerke der Kinder einen eigenen\, fantasievollen Kosmos\, der über die ganzen Sommerferien hinweg im Ludwig Forum zu sehen sein wird. Denn die Kunstwerke der Sammlung möchten etwas Neues erleben\, einmal anders betrachtet werden und eine Umgebung finden\, in der sie noch nie zuvor gezeigt wurden! \nIn diesem Jahr wurden aus allen Beiträgen sechs Kunstwerke von einer sechsköpfigen Jury ausgewählt. Sie werden am Sonntag\, 28.06.2026 mit dem 17. Kinder-Förderpreis KUNST ausgezeichnet. \nPreisverleihung und Eröffnung\nSonntag\, 28.06.2026\, 12 Uhr \nBegrüßung\nHeinrich Brötz\, Dezernent für Bildung und Kultur\, Schule\, Jugend der Stadt Aachen\nRebekka Seubert\, Direktorin\, Ludwig Forum Aachen \nPreisverleihung\nTanja Wansel\, Stiftungsmanagerin\, Bürgerstiftung der Sparkasse Aachen \nWir freuen uns auf ein buntes Fest mit Programm\, Eis und einer Kunstaktion – und das alles in bester Gesellschaft!\nDer Eintritt zur Veranstaltung ist kostenfrei. \nDie Vergabe des 17. Kinderförderpreises KUNST erfolgt mit freundlicher Unterstützung der Bürgerstiftung der Sparkasse Aachen. \nKünstler*innen der Ausstellung\nKinder der Aachener-Modell-Kurse\, Hartwig Ebersbach\, Nancy Graves\, Ellen Gronemeyer\, Bertram Jesdinsky\, Jeff Koons und Gerhard Richter
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SUMMARY:Hamid Zénati. Cut Out
DESCRIPTION:Eröffnung: Freitag\, 16.10.2026\, 19 Uhr \nWeitere Informationen folgen in Kürze. \nDie Ausstellung wird in Kooperation mit dem Hamid Zénati Estate realisiert. \nKuratiert von Dr. Damian Lentini \nCredits: Hamid Zénati\, ohne Titel (WVZ 264)\, o. D.\, Stofffarbe auf Textil\, 200 x 151 cm. Courtesy Hamid Zénati Estate
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