Belkis Ayón in Martinique, 1994. Courtesy Belkis Ayón Estate.

Belkis Ayón. Matinée mit Vorträgen von Cristina Vives und Yolanda Wood

Anlässlich der Ausstellung laden wir Sie am Samstag, den 22.10.2022, 12 Uhr, zu einer Matinée mit zwei Vorträgen über Belkis Ayón ein: Cristina Vives (Kuratorin und Kunsthistorikerin, Havanna) spricht zu wichtigen Momenten im Leben der Künstlerin und Yolanda Wood (Professorin für Kunstgeschichte, Universität von Havanna) untersucht den weiteren Produktionskontext der Künstlerin kurz vor der Jahrtausendwende.

Programm:

Cristina Vives
Belkis Ayón in 5 Momenten
12:00 – 13:30

Der Vortrag analysiert fünf bedeutsame Momente im Schaffensprozess der kubanischen Grafikkünstlerin Belkis Ayón, die in chronologischer Reihenfolge von 1988 – dem Jahr ihrer ersten Einzelausstellung – bis zu ihrem Tod im Jahr 1999 nachverfolgt werden. Anhand dieser Momente werden die kreativen, soziokulturellen und ideologischen Faktoren nachvollzogen, die die Künstlerin dazu bewegt hatten sich intensiv mit dem Abakuá-Geheimbund als Mythos und brüderliche Gemeinschaft auseinanderzusetzen. Vives’ Recherche zum Werk von Belkis Ayón begann während ihrer langjährigen Freundschaft und Zusammenarbeit mit der Künstlerin und wurde im Rahmen der Wanderausstellung Nkame: A Retrospective of Cuban Printmaker Belkis Ayón fortgesetzt, die zwischen 2016 und 2021 in sieben Museen in den Vereinigten Staaten und zuletzt im Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía in Madrid zu sehen war.

Cristina Vives (1955, Havanna) lebt und arbeitet als Kuratorin und Kunstkritikerin in Havanna, Kuba. Sie schloss ihr Studium der Kunstgeschichte an der Universität von Havanna ab. Sie ist Mitbegründerin des Estudio Figueroa-Vives (seit 1994), ein Pionierraum für unabhängige zeitgenössische Kunst in Kuba. In den Jahren 1994 und 1995 war sie Stipendiatin des J. Paul Getty Center und gewann 2007, 2009 und 2010 den Premio Nacional de Curaduría. Seit 1986 kuratiert sie Ausstellungen in Kuba, den Vereinigten Staaten und Europa, darunter auch die Retrospektive von Belkis Ayón. Zu ihren jüngsten Publikationen zählen Cultura y contracultura en la fotografía de la revolución cubana (Fundación Mapfre, Barcelona, 2022); Belkis Ayón. Colografías (Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, 2021); Behind the Veil of a Myth. Belkis Ayón (Houston, 2018); The Inevitable Space. Alexandre Arrechea (2014); Nkame. Belkis Ayón (2010); I Insulted Flavio Garciandía in Havana (2009); und José A. Figueroa. A Cuban Self-Portrait (2010).

Yolanda Wood (via Zoom)
Belkis Ayón an der Schwelle zum neuen Jahrtausend
14:00 – 15:30

Yolanda Wood untersucht in ihrem Vortrag Schlüsselaspekte des Jahres 1999, in welchem Belkis Ayón im Alter von 32 Jahren beschloss, ihr Leben zu beenden. Sie beleuchtet den erweiterten Produktionskontext der Künstlerin während der intensiven Schaffensphase in den letzten Monaten ihres Lebens, der die vielfältigen Bereiche ihres künstlerischen Wirkens umfasst: internationale Verpflichtungen, ihre kuratorische Arbeit wie auch die allgemeine Förderung der Gravurtechnik, ihre Lehrtätigkeit, öffentliche und partizipatorische Projekte sowie die Suche nach Anknüpfungspunkten zwischen dem eigenen Werk und dem anderer kubanischer zeitgenössischer Künstlerinnen. Wood, deren tiefe Verbundenheit mit der Künstlerin in diesem Vortrag deutlich wird, durchläuft den Lebens- und Arbeitszyklus von Belkis Ayón, der auch nach der Jahrtausendwende noch für Zeitgenoss*innen und nachfolgende Generationen unvergesslich geblieben ist.

Yolanda Wood Pujols (1950, Kuba) ist Professorin für Kunstgeschichte an der Universität von Havanna, Forscherin, Kunstkritikerin und Gastprofessorin an der Iberoamerikanischen Universität in Mexiko-Stadt. 1993 promovierte sie in Kunstgeschichte und war Postdoc-Stipendiatin an der UNAM 2017–18. 1985 gründete sie den Lehrstuhl für karibische Kunst an der Universität von Havanna. Wood hat zahlreiche Vorträge über kubanische und karibische Kunst gehalten, unter anderem am Instituto de Investigaciones Estéticas (Mexiko), an der Polytechnischen Universität (Valencia) und an der Universität Quisqueya (Haiti). Wood ist Mitglied der Vereinigung für visuelle Kunst (UNEAC) und der AICA International. Sie war Dekanin der Fakultät für Kunst und Literatur der Universität von Havanna (1994–2000), Rektorin des Instituto Superior de Arte, Kuba (1985–91), kubanische Kulturberaterin in Frankreich (2000–05), Direktorin des Zentrums für Karibikstudien der Casa de las Américas (La Habana) und der Anales del Caribe (2006–16) sowie Präsidentin der CSA (2017–18).

 

In spanischer Sprache, eine Simultanübersetzung ins Deutsche wird angeboten

 

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