Vertiefung: Electrical Walks

Impulsvorträge und Künstlerinnengespräch

Anlässlich des Auftakts von Christina Kubischs Electrical Walks in Aachen, laden wir herzlich zu zwei Impulsvorträgen von Christina Kubisch und Prof. Dr. Anna Schürmer (Medientheoretikerin Freie Universität Berlin) ein. Im Anschluss findet ein Künstlerinnengespräch statt moderiert von Rebekka Seubert.

Christina Kubisch
Electrical Walks 2003–2026. Elektromagnetische Erkundungen
Christina Kubisch (*1948 in Bremen, lebt in Berlin) gilt als Pionierin der Klangkunst im deutschsprachigen Raum und wurde vielfach ausgezeichnet, zuletzt unter anderem mit dem Giga-Hertz-Preis des Karlsruher ZKM für ihr Lebenswerk. Ihre multimedialen Arbeiten wurde in Ausstellungen international präsentiert, u.a. in Einzelausstellungen in den folgenden Institutionen: Kunsthall Trondheim (2022); Museo de Arte Contemporanea, Porto; Saarlandmuseum, Saarbrücken (beide 2021); Akademie der Künste, Berlin (2018); Bangkok Art and Culture Center (2016); Creative Media Center, Hongkong (2012); Kunsthalle Bremen (2008); MASS MoCA, Massachussets Museum of Contemporary Art, North Adams (1997). Es war Teil bedeutender Gruppenausstellungen zu Klangkunst u.a. im Maxxi Museo, Rom (2024); Hamburger Bahnhof, Berlin, Kunsthalle Prag (beide 2022); HKW Berlin und Museum Tinguely, Basel (2018); The Kitchen, New York (2006); ZKM Karlsruhe (2005); Hayward Gallery, London (2000). Ihre Werke waren in internationalen Biennalen vertreten, wie der Venedig Biennale (1978, 1980); documenta Kassel (1988, 2017); Sharjah Biennale (2007). Sie waren Teil von internationalen Festivals u.a. März Musik der Berliner Festspiele (2024); Biennale Musica, Venedig (2023); Ultima, Oslo (2021); Ars Electronica, Linz (2010).

Prof. Dr. Anna Schürmer
Sonotopien. Sound Mapping zwischen auditiver Welterschließung und spekulativer Zukunftspraxis

Der Begriff Sonotopien verbindet das Klingende (sonare) mit dem Ort (topos) – und bezeichnet also Klangorte ebenso wie Formen der Verortung durch Zu- und Hin-Hören. Fieldrecordings und Audio-Walks lassen sich in diesem Sinne als Verfahren auditiver Welterschließung verstehen: Mithilfe von Mikrofonen, Antennen und unseren Ohren werden die Klanglandschaften und Soundscapes der Welt vermessen und erfahrbar – als ein Zusammenspiel von Natur, Kultur und Technik. Zugleich schwingt im Begriff der Sonotopie ein spekulatives Moment mit: Klingende Utopien einer besseren Welt – und Resonanzen dessen, wie sie sein und klingen könnte. Im Sinne des Futuring als proaktivem Prozess zur Gestaltung von Zukunft, wird Klang als ein Medium verstanden, das Weltverhältnisse nicht nur abbildet, sondern durch Imagination hervorbringt: Musicking Future – making Zukunftsmusik.

Anna Schürmer ist seit 2026 Ernst-von-Siemens Musikstiftungsprofessorin an der Freien Universität Berlin; zuvor war sie seit 2023 Juniorprofessorin für Musikwissenschaft an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. In ihrer akademischen Arbeit vertritt sie interdisziplinäre Perspektiven und Diskurse im Kontext von ›Musik und Medien‹ (Sound Studies). konkret: intersektionale Ansätze in der Musikforschung (Queer Musicology), spekulative Formen klangbezogener Wissensproduktion (Musicking Future – Futuring Music) sowie auditive Perspektiven der künstlerischen Forschung (Acoustic Research). Ihr besonderes Ohrenmerk gilt Neuer und elektronischer (Club-)Musik. Jenseits von Akademia ist *anna auch Musikjournalistin tätig: sie moderiert, hält Soundlectures, leitet Listening Sessions und veröffentlicht regelmäßig in diversen Print-, Funk- und Online-Medien. Weitere Informationen: www.interpolationen.de.

 

Credit: Christina Kubisch, Electrical Walks Nr. 80, 2020. © Musikprotokoll Graz. Foto: Martin Gross.

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