30 Werke für 100 Tage – Die Sammlung Ludwig und die Gegenwartskunst

Die Ausstellung geht für 100 Tage zurück zu den frühen Erwerbungen zeitgenössischer Kunst des Aachener Sammlerehepaares Peter und Irene Ludwig. Bis zum Herbst 2026 präsentieren wir rund 30 Highlights der US-amerikanischen Bestände des Ludwig Forums aus der Zeit ab 1960 – ein Moment, in dem man heute oft den Beginn der „Gegenwartskunst“ verortet. Ergänzt werden sie in jeweils durch Kunst, die zeitgleich in Europa und Lateinamerika entsteht.

Der US-amerikanische Kunstkritiker Arthur C. Danto (1923–2013) nimmt 1964 beim Anblick der Werke Andy Warhols einen Bruch wahr, den er durch ein Gefühl der „Ununterscheidbarkeit“ von Kunst und Nicht-Kunst begründet: Der Kontext, in dem ein Werk zu sehen ist, wird wichtiger als der individuelle Ausdruck von Künstler*innen. Es ist der Beginn einer neuen Form des Realismus, der eine Durchlässigkeit für das Alltägliche hat und spiegelt, wie Wahrnehmung durch Medienkonsum geprägt ist.

Zur selben Zeit beginnen Irene und Peter Ludwig sich auf ihren Geschäftsreisen nach New York für Gegenwartskunst zu interessieren: Pop Art, Minimalismus und weitere parallele Strömungen bieten in den USA ein Gegenmodell zur Kunst der Nachkriegsjahre und verorten Kunst im Hier und Jetzt – ein Bedürfnis, das in der jungen Bundesrepublik der Wirtschaftswunderjahre ein besonderes Echo findet. Die Ludwigs kaufen und präsentieren als erste deutsche Kunstsammler*innen in den 1960er Jahren etwa 150 heute bedeutende Werke der Pop Art und lösen damit einen Trend aus: „American Pop really turns on German Art-Lovers“ (New York Times, 27. Nov. 1970).

Die Sammlungspräsentation zeigt zwei wichtige Strömungen der 1960er Jahre: Die Pop Art und den Minimalismus. Statt auf Subjektivität und Innerlichkeit setzen beide Strömungen affirmativ auf die Kühle der Oberfläche und auf ihre eigene materielle Realität. Ein dritter Abschnitt der Ausstellung zeigt auf, wie ab den 1980er Jahren die Subjektivität in den Diskurs zurückkehrt: Künstler*innen, deren Lebensweg von emanzipatorischen Kämpfen geprägt ist, wie Jean Michel Basquiat (1960–1988) oder Lady Pink (*1964), verarbeiten in ihren Arbeiten persönliche, emotionale und mediale Erfahrungen. Ihre Werke schaffen eine Art des Erzählens, die Körperlichkeit, Identität und Rebellion im Klammergriff der Gegenwart thematisiert.

Mit Arbeiten von Jo Baer, Jean-Michel Basquiat, María Magdalena Campos-Pons, Lygia Clark, Don Eddy, Erró, Richard Estes, Ralph Ladell Goings, Duane Hanson, Alex Hay,
Valerie Jaudon, Jasper Johns, Lady Pink, Roy Lichtenstein, Robert Longo, Lee Lozano, Piero Manzoni, Rissa, John Salt, José Toirac, Andy Warhol und Peter Young.

Ludwig Forum Aachen
Jülicher Straße 97–109
52070 Aachen
Tel. +49 (0)241 1807-104
Fax +49 (0)241 1807-101
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Di–Mi 13–17 Uhr
Do 10–20 Uhr
Fr–So 10–17 Uhr
Montag geschlossen

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Für gebuchte Gruppen und bei vorheriger Anmeldung zu öffentlichen Führungen und Kursen ist das Ludwig Forum auch dienstags und mittwochs von 08.30 bis 13 Uhr geöffnet.

Bibliothek
Di–Fr 13–17 Uhr
+49 241 1807 118

Führungen und Workshops
+49 241 432 4998
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Jeden Sonntag, 15 Uhr
Kosten: 3,00 € zzgl. Museumseintritt

Eintrittspreise 
Regulär 10,00 €
Ermäßigt 6,00 €

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