Seit über fünf Jahrzehnten arbeitet die Klangkünstlerin und Komponistin Christina Kubisch (*1948 in Bremen) im Grenzbereich von bildender Kunst und Musik und verbindet in ihrem Werk Komposition, Installation, Performance, Zeichnung, Video und elektronische Musik. The Emergence of Sound (dt. „Das Werden des Klangs“) ist zugleich Titel und Leitmotiv dieser Überblicksausstellung. Sie präsentiert Klang als Phänomen, das sich in der Anordnung von Körper, Material, Signal und Bewegung immer neu bildet und in ihrem Zusammenspiel erfahrbar wird. Klang ist dabei immer auch Handlung: Er vergegenwärtigt sich in einem flexiblen sensorischen Prozess, der die hier gezeigten Arbeiten miteinander verbindet.
The Emergence of Sound vereint ausgewählte Werke von 1975 bis 2026 und gibt einen umfangreichen Einblick in die Pionierarbeit der Künstlerin im Feld der Klangkunst. Der Schwerpunkt liegt dabei auf frühen Performances, elektromagnetischen Forschungen und ihrem partizipativen Arbeitsansatz.
Auf der Grundlage eigener technischer Forschung zu elektromagnetischer Induktion entwickelt Christina Kubisch seit den 1980er Jahren Klangräume, die das Publikum durch aktive Teilnahme in das Kunstwerk einbeziehen. Darin werden Phänomene erfahrbar, die unterhalb der menschlichen Wahrnehmungsschwelle liegen. In der Ausstellung kann diese Forschung in zwei ortsbezogenen, interaktiven Werken erlebt werden: Der Rauminstallation Kupfergarten (2024/26) sowie dem 98. Electrical Walk – einem kollektiven, von der Künstlerin konzipierten Stadtspaziergang, der ab dem Sommer das Erfahrungsfeld der Ausstellung in den Aachener Stadtraum erweitert.
Christina Kubisch (*1948 in Bremen, lebt in Berlin) gilt als Pionierin der Klangkunst im deutschsprachigen Raum und wurde vielfach ausgezeichnet, zuletzt unter anderem mit dem Giga-Hertz-Preis des Karlsruher ZKM für ihr Lebenswerk. Ihre multimedialen Arbeiten wurde in Ausstellungen international präsentiert, u.a. in Einzelausstellungen in den folgenden Institutionen: Kunsthall Trondheim (2022); Museo de Arte Contemporanea, Porto; Saarlandmuseum, Saarbrücken (beide 2021); Akademie der Künste, Berlin (2018); Bangkok Art and Culture Center (2016); Creative Media Center, Hongkong (2012); Kunsthalle Bremen (2008); MASS MoCA, Massachussets Museum of Contemporary Art, North Adams (1997). Es war Teil bedeutender Gruppenausstellungen zu Klangkunst u.a. im Maxxi Museo, Rom (2024); Hamburger Bahnhof, Berlin, Kunsthalle Prag (beide 2022); HKW Berlin und Museum Tinguely, Basel (2018); The Kitchen, New York (2006); ZKM Karlsruhe (2005); Hayward Gallery, London (2000). Ihre Werke waren in internationalen Biennalen vertreten, wie der Venedig Biennale (1978, 1980); documenta Kassel (1988, 2017); Sharjah Biennale (2007). Sie waren Teil von internationalen Festivals u.a. März Musik der Berliner Festspiele (2024); Biennale Musica, Venedig (2023); Ultima, Oslo (2021); Ars Electronica, Linz (2010).
Kuratiert von Miriam Schmidt
Die Ausstellung wird gefördert durch die Peter und Irene Ludwig Stiftung und die Karin und Uwe Hollweg Stiftung.
Foto: © Christina Kubisch
Veranstaltungen
Eröffnung: The Emergence of Sound
Samstag, 23.5.2026, 18 Uhr
Mit einer Performance von Francesco Marzano um 19:30 Uhr
Electrical Walks mit Christina Kubisch
Samstag, 20.6.2026, 14 und 16:30 Uhr
Informationen und Anmeldung über museumsdienst[at]mail.aachen.de
Vertiefung: Electrical Walks
Sonntag, 21.6.2026, 15 Uhr
Zwei Impulsvorträge von Christina Kubisch (Elektromagnetische Erkundungen 2003–2026) und Prof. Dr. Anna Schürmer (Sonotopien) und einem anschließenden Künstlerinnengespräch moderiert von Rebekka Seubert
Führung: The Emergence of Sound mit Miriam Schmidt (Kuratorin)
Donnerstag, 2.7.2026, 18 Uhr